Marktüberblick: Materialflusssteuerung

Hanna Theuer und Madleen Pahl

Alle Vorgänge und deren Verkettung beim Gewinnen, Be- und Verarbeiten sowie bei der Verteilung von stofflichen Gütern innerhalb bestimmter, festgelegter Produktionsbereiche werden unter Materialfluss zusammengefasst. Materialflusssteuerungssysteme bieten die Möglichkeit der computergestützten Steuerung innerbetrieblicher Materialflüsse. productivITy nahm dieses zum Anlass, Anbieter von Materialfluss-Lösungen im deutschsprachigen Raum anzuschreiben und zu ihrem Leistungsportfolio zu befragen. Insgesamt sind Antworten zu 22 Lösungen eingegangen.

Von den 22 teilnehmenden Lösungen sind 20 eine eigenständige Lösung, 13 sind in ein Manufacturing Execution System (MES) und 10 in ein Enterprise Ressource Planning- bzw. Produktionsplanungs- und Steuerungssystem (PPS) integriert (Doppelnennungen waren möglich). Die Datenquelle ist bei jeweils 16 die ERP- bzw- MES-Lösung, bei 19 ein Lagerverwaltungssystem und bei elf ein anderes angrenzendes System.
14 Systeme haben zudem die Möglichkeit, dass Daten durch einen (menschlichen) Bediener eingegeben werden.  
 

Bei den im System verfügbaren Informationen zu Transporteinheit bzw. -gut wird sichtbar, dass es hier eine relativ hohe Standardisierung gibt. So beinhalten jeweils alle Systeme die Identität (Bezeichnung, Identitätsnummer) von ein Einheit und Gut. Auch die Menge und Beschaffenheit ist in jeweils mindestens 19 Lösungen verfügbar. Eine Ausnahme bietet der Wert des Transportguts, der nur von der Hälfte der Teilnehmenden angeboten wird. 
 

Oftmals unterliegen Produkte definierten Sicherheitsbestimmungen, welche natürlich auch bei Materialbewegungen berücksichtigt werden müssen. Materialflusssysteme bieten hier unterschiedliche Möglichkeiten und Umfänge.  Jeweils 16 Lösungen ermöglichen eine Informationsbereitstellung für Gefahrgut und Temperaturrestriktionen, 12 Lösungen bieten die Möglichkeit zur Berücksichtigung Informationen zu Nahrungsmitteln, 11 von Medikamenten.
 

Die Grundlagen der Zuweisung von Fahraufträgen werden durch Zuordnungsstrategien festgelegt. Dabei wird stets geprüft, ob die Voraussetzungen erfüllt sind und welche Prioritäten definiert wurden. Vier Strategien wurden in der Recherche von jeweils 17 Unternehmen als Funktionsumfang ihrer Systeme angegeben: maximale Ressourcennutzung, minimale Wartezeiten, gleichmäßige Kapazitätsauslastung sowie die Parallelbearbeitung. Minimale Bestände und minimale Prozesskosten wurden von jeweils der Hälfte der teilnehmenden Systeme angegeben. 


Kreuzungen, Zusammenführungen und Verteilelemente sind in einem Materialflusssystem unvermeidlich. Dabei müssen – ähnlich wie im Straßenverkehr – Regeln definiert werden. Jeweils 16 Lösungen bieten First Come - First Served (das Gut, das die Kreuzung zuerst erreicht, hat
Vorrang) und die einfache Vorfahrt (die „Vorfahrtsstraße“ hat Vorrang gegenüber einen anderen) an.  Jeweils 15 Lösungen ermöglichen die gesteuerte Vorfahrt (Ampelprinzip) und die absolute Vorfahrt (Vorfahrtsstraße mit Stoppschild). Am seltensten wurde die schubweise Abfertigung, bei der die Freigabe der Kreuzung nach Mengen, Zeit oder deterministisch gesteuert wird, angegeben.


Die teilnehmenden Unternehmen wurden auch nach den Möglichkeiten zur Modellierung des Materialflusses in ihren Systemen gefragt. Hier wurden beispielsweise eine 3D Modellierung, eine graphische Modellierung, die Visualisierung an BDE und die tabellarische Darstellung genannt. 


Kennzahlen bieten die Möglichkeit der Beurteilung und Einschätzung des Systems. Genannt wurden hier unter anderem Durchlaufzeiten, Anzahl der Transportmittel, Menge der gelagerten Teile, Anzahl der Ein- und Auslagerungen, die Kapazitätsauslastung, die Anzahl aktiver Stapler oder Umlagerungen und Störungen. Zudem bieten einige Systeme die Möglichkeit der freien Definition von Kennzahlen an. 

 

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Schlüsselwörter:

Marktüberblick, Materialflusssteuerung, Intralogistik