Warehouse Management Systeme

Hanna Theuer und Madleen Pahl

Der effiziente und flexible Umgang mit Lägern sowie den darin befindlichen Produkten gewinnt in vielen Unternehmen immer mehr an Bedeutung. Zur Unterstützung der notwendigen Aufgaben existieren Warehouse Management Systeme. Diese ermöglichen eine übergreifende Lagersteuerung sowie Bestandsverwaltung und tragen somit zur Verbesserung der Lagerprozesse bei.

Das Center for Enterprise Research (CER) der Universität Potsdam führte eine Marktrecherche zum Thema  „Warehouse Management Systeme“ (WMS) durch. Hierzu wurden zahlreiche Anwender im deutschsprachigen Raum angesprochen. Insgesamt sind Antworten zu 19 Lösungen eingegangen. Die Ergebnisse werden im Folgenden ausgewertet und zu Schwerpunktbereichen zusammengefasst.
 

Für eine erste Einschätzung des Funktionsumfangs der WMS-Lösungen wurden die teilnehmenden Unternehmen gebeten, aus 17 vorgegebenen Systemmodulen diejenigen auszuwählen, die den Nutzern ihrer Lösung zur Verfügung stehen. Dabei wurden von allen Teilnehmern die Serien- und die Chargenverwaltung angegeben, jeweils 18 Lösungen bieten Funktionen im Bereich Wareneingang, Inventur, Materialflusssteuerung und Lageroptimierung an. Mit 12 Nennungen ist das Vendor Managed Inventory, bei dem ein Lieferant ein Lager direkt beim Kunden verwalten kann, das am seltensten ausgewählte Modul..

Die Unterstützung der Kommissionierung kann bei der Reduzierung bzw. Vermeidung von Pick-Fehlern eine entscheidende Rolle einnehmen. Bei jeweils 17 Lösungen bekommen die Mitarbeiter die notwendigen Daten auf Pickzetteln bzw. über MDE angezeigt. Pick-by-Light und Pick-by-Voice – zwei Verfahren, bei denen die Mitarbeiter interaktiv über visuelle bzw. optische Signale geführt werden – gibt es hingegen bei nur 12 bzw. 11 der teilnehmenden Lösungen. 

Einen sehr ausgewogenen Funktionsumfang kennzeichnet die Auslager- und Kommissionierstrategien: FIFO, LIFO, Mindesthaltbarkeitsdaten, Restmengen (Pick to Clean), Wegoptimierung, Berücksichtigung der Chargenreinheit bei Mehrfachentnahme sowie die Umlagerung von Anbruchmengen/Verteilung von Kleinmengen werden jeweils von mindestens 16 der 19 der am Marktüberblick teilnehmenden Systeme angeboten. 

Der Einsatz von RFID wird insbesondere im Warenausgang/beim Versand (17 Nennungen), als auch im Wareneingang und der Einlagerung (jeweils 16 Nennungen) ermöglicht.
 

Kundenindividuelle Vorgaben bei der Berücksichtigung von Restriktionen werden von allen teilnehmenden Lösungen angeboten. Gefahrenstoffe und Temperaturangaben können im Standard von je 17 Lösungen, Mindesthaltbarkeitsdatenvon 16 Lösungen berücksichtigt werden.

Für eine detaillierte Vorstellung der einzelnen Systeme wurden die Anbieter gebeten, mehrere Freitextfragen zu beantworten. Themen hierbei waren beispielsweise die Effizienzsteigerung des Lagers durch automatisierte Lagertechniken, die Konkretisierung der Anbindung des Lieferanten beim VMI bzw. bei Konsignationslägern, die Einbindung von Leitsystemen in die WMS-Lösung und die Detaillierung von Möglichkeiten zur Lageroptimierung. 

Die Antworten der Teilnehmer können Sie den nachfolgenden Tabellen entnehmen.
 

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Schlüsselwörter:

Warehouse Management Systeme, WMS, Lagerverwaltung, Lagerung, Marktübersicht, Kommissionierung, Inventur