Marktüberblick Produktkonfiguration

Hanna Theuer

Viele Produkte – sowohl im B2B – als auch im B2C-Bereich bestehen aus einer Vielzahl an Komponenten. Früher wurden die jeweiligen Ausprägungen meist vollständig vorgegeben, Variationen waren nur in einem begrenzten Rahmen möglich. Heute sieht das anders aus. Mehr und mehr wird die Berücksichtigung individueller Produktvorstellungen verlangt. Zudem existieren Produkte, die komplett und häufig auch nur einmal nach Kundenwünschen hergestellt werden. So gehört im Sonder- und Maschinenbau Losgröße 1 zum täglichen Geschäft. Produktkonfiguratoren können Kunden und Herstellern bei der Auftrags- und Produkterstellung helfen und eine Grundlage für verbesserte Geschäftsprozesse schaffen.

Eine Studie von ibi research zeigt, dass 29 Prozent der Online-Shops über einen Produktkonfigurator verfügen [1]. 36 Prozent der Anwender finden dabei die Möglichkeit der Produktkonfiguration in Online-Shops besonders relevant [2]. Produktkonfiguratoren sind essentiell – insbesondere für Unternehmen mit einem variantenreichen Produktportfolio bis hin zur Herstellung von vollständig nach Kundenwünschen konstruierten und hergestellten Produkten. Denn sie stellen einen durchgängigen Vertriebsprozess sicher. Sie ermöglichen Anwendern Produkte nach zuvor vom Hersteller aufgestellten Regeln aus bestimmten Komponenten und Baugruppen zusammenzustellen – entweder selbst am Computer (beispielsweise über eine Internetseite oder ein Portal des Anbieters) oder aber auch in Zusammenarbeit mit einem Vertriebsmitarbeiter. 

Bild 1: Funktionen von Produktkonfiguratoren mit
Anzahl der Systeme, die diese anbieten (n=11)

Das Forschungs- und Anwendungszentrum Industrie 4.0 führte eine Umfrage unter Fabriksoftware-Anbietern aus dem deutschsprachigem Raum durch. Ziel war die Gegenüberstellung unterschiedlicher Produktkonfigurationssysteme mit ihren Funktionen, Systemausprägungen und Spezifikationen. Es sind Antworten zu elf Lösungen eingegangen, die im Folgenden erläutert und tabellarisch dargestellt werden. 


Anwender

Die teilnehmenden Lösungen sprechen unterschiedliche Anwenderkreise mit entsprechend unterschiedlichen Aufgabenbereichen an. Von wem wird die Lösung genutzt: Vom Endnutzer, der bei der Lösungsfindung unterstützt wird, von externen Vertriebspartnern oder internen Vertriebsmitarbeiter zur Angebotserstellung, von Vertriebspartnern zur Abwicklung der Auftragserfassung oder von Innendienstmitarbeitern zur Auftragsbearbeitung.  Dabei bieten fünf der teilnehmenden Lösungen für alle genannten Bereiche Funktionen an. 


Funktionen

Die Teilnehmer an diesem Marktüberblick wurden gebeten anzugeben, welche Funktionen durch ihre Lösung abgedeckt werden. Dafür wurden zwölf Grundfunktionen zu Auswahl gestellt (siehe Bild 1), sieben davon werden von allen elf teilnehmenden Systemen angeboten. Die Warenkorbfunktion, die auf eine Integration der Lösung in einen Onlineshop hindeutet, findet sich  bei sieben Systemen und ist damit die am seltensten verfügbare Funktion. Es wird zudem ersichtlich, dass die teilnehmenden Lösungen über einen sehr großen Funktionsumfang verfügen. Mehr als die Hälfte bietet elf oder zwölf der genannten Funktionen an. Weitere von den Unternehmen angegebene Funktionen sind die Erstellung von BIM-Daten, Skizzen und Fertigungszeichnungen, die Bereitstellung von Informationen für Lieferantenbestellungen, das Aufbereiten von CNC-Daten, das Variantenmanagement sowie Unterstützungen, Beratung und Marketing.

Auszug aus der aktuellen Marktübersicht

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Schlüsselwörter:

Marktüberblick, Fabriksoftware, Produktkonfiguration, Losgröße 1, Kundenindividualität

Literatur:

[1] Dr. Wüpping Consulting: Produktordnungssystem in CPQ-Lösungen: Portfolie, Produktmodell und Produktordnung, http://wuepping.com/produktordnungssystem/ Abruf am 20.01.2020
[2] Piller, F. T.; Blazek, P.: Core Capabilities of Sustainable Mass Customization. In: Felfernig et al. (Hrsg.): Knowledge-Based Configuration, S. 107-120